Touren

Auf den Spuren der bulgarischen Geschichte und Kultur in Berlin

Ein Stadtspaziergang mit den Tourenscouts der NaturFreunde Berlin e. V.

Wussten Sie, dass in Deutschland die größte bulgarische Gemeinschaft innerhalb Europas und in Berlin die größte bulgarische Gemeinschaft innerhalb der Bundesrepublik lebt? Und haben Sie Lust, etwas mehr über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der bulgarischen und deutschen Geschichte und Kultur zu erfahren? Dann begeben Sie sich auf einer Spurensuche in Berlin gemeinsam mit den Tourenscouts der Berliner NaturFreunde.

Wie ist der Stadtspaziergang aufgebaut?

Im Rahmen von ca. 2,5 Stunden werden insgesamt sechs Stationen besucht. Dabei werden jeweils einzelne Themenkomplexe aufgegriffen, um aufzuzeigen, wie bulgarische und deutsche Geschichte und Kultur aufeinandertrafen und an welchen Punkten die Geschichte beider Länder Parallelen oder Unterschiede aufwiesen. Ziel ist es dabei, einen allgemeinen Überblick zu ausgewählten Aspekten zu geben – auf die einzelnen Themen wird ausführlicher jeweils in einzelnen Touren eingegangen. Der Stadtspaziergang wird auf Deutsch oder Bulgarisch angeboten.

Die Stationen

1. Station: – Bulgarisches Kulturinstitut –

Thema: Bulgar*innen in Deutschland und Deutsche in Bulgarien

Die bulgarische und deutsche Geschichte und Kultur sind seit Jahrhunderten miteinander verflochten. Von der Zeit der Kreuzzüge, über die Epoche des Osmanischen Reiches bis hin zum Ersten und Zweiten Weltkrieg lassen sich viele Gemeinsamkeiten und Unterschiede erkennen. Heute lebt die größte bulgarische Gemeinschaft in Europa in der Bundesrepublik.

2. Station –  Drive. Volkswagen Group 

Thema: Geschichte und Kultur der türkischen Minderheit in Deutschland und Bulgarien

Die türkische Gemeinschaft stellt die größte Minderheitengruppe sowohl in Deutschland als auch Bulgarien dar. Während die Geschichte dieser Bevölkerungsgruppe in Deutschland auf Arbeitsmigration zurückgeht, war sie in Bulgarien mit der territorialen Ausweitung des Osmanischen Reiches verbunden. Ausgrenzung, Diskriminierung, Vorurteile und Integration durch und in der Mehrheitsgesellschaft stellen sich in Geschichte und Gegenwart beider Länder als gemeinsame Erfahrungen und Herausforderungen heraus.

3. Station: – Denkmal der ermordeten Juden Europas (Holocaust-Mahnmal) –

Thema: Jüdische Geschichte und Kultur vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland und Bulgarien

Bulgarien ist heute international dafür bekannt, dass obwohl es im Zweiten Weltkrieg ein Verbündeter von Nazi-Deutschland war, seine Jüd*innen aus dem Kerngebiet des Landes nicht ausgeliefert hat. Über die Frage, ob dies dem Einsatz einzelner Personen oder einem breiten gesellschaftlichen Widerstand zu verdanken ist, wird unter Wissenschaftler*innen diskutiert. Heute, gerade auch im Kontext der COVID-19-Pandemie, lässt sich eine Erstarkung antisemitischer Tendenzen sowohl in Deutschland als auch in Bulgarien feststellen.

4. Station: – Denkmal für die im Faschismus verfolgten Homosexuellen –

Thema: LGBT-Bewegung in Deutschland und Bulgarien

Bis heute ist Homophobie ein politisch-gesellschaftlich relevantes Thema. Der Kampf um Entkriminalisierung und zunehmende Akzeptanz hat jahrzehntelang gedauert. Ausgrenzungs- und Benachteiligungserlebnisse sind für Vertreter*innen der LGBT-Bewegung sowohl in Deutschland als auch in Bulgarien immer noch oft alltägliche Erfahrungen. Dabei gibt es vielfältige Formen von Diskriminierungen und Ausgrenzungen, mit denen sie konfrontiert werden. Es besteht auch heute Handlungsbedarf, um Maßnahmen gegen Homophobie und Transphobie umzusetzen.

 5. Station – Denkmal für die im Faschismus ermordeten Sinti und Roma Europas –

Thema: Geschichte und Kultur der Sinti und Roma in Deutschland und der Roma-Gemeinschaft in Bulgarien

Sinti und Roma sind die größte Minderheit Europas, in Bulgarien bilden sie die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe des Landes und werden massiv diskriminiert. Doch auch in Deutschland sind sie weiterhin mit Rassismus und Ausgrenzung konfrontiert.  Etwa 500.000 Sinti*ze und Rom*nja wurden europaweit in der Zeit des Faschismus ermordet. Trotzdem mussten die Opfer und ihre Angehörigen um eine Anerkennung dieses Völkermordes jahrzehntelang kämpfen. Am 24. Oktober 2012 wurde das Denkmal für die im Faschismus ermordeten Sinti und Roma Europas eingeweiht. Umso wichtiger sind politische Selbstorganisationen, in denen sich Sinti*ze und Romn*ja gegenseitig stärken und sich für mehr gesellschaftliche Teilhabe und Chancengleichheit einsetzen.

 6. Station: – Reichstagsgebäude –

Thema: „Antifaschistische Geschichte und Kultur“

 

Am 27. Februar 1933, stand der Reichstag in Flammen. Angeklagt waren der niederländische Kommunist Marinus van der Lubbe, Ernst Torgler und die bulgarischen Kommunisten Georgi Dimitroff, Blagoj Popoff und Wasil Taneff. Zur herausragenden Figur des Prozesses avancierte Georgi Dimitroff. Der Reichstagsbrandprozess war das erste von der NS-Regierung angestrengte Verfahren vor dem seinerzeit höchsten deutschen Gericht.

Bulgarisches Kulturinstitut
Drive – Volkswagen Group Forum
Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Holocaust-Mahnmal)
Denkmal für die im Faschismus verfolgten Homosexuellen
Denkmal für die im Faschismus ermordeten Sinti und Roma Europas
Reichstagsgebäude

Auf den Spuren der deutschen und bulgarischen antifaschistischen Geschichte und Kultur in Berlin

Ein Stadtspaziergang mit den Tourenscouts der NaturFreunde Berlin e. V.

Wusstest du, dass während des Zweiten Weltkriegs Bulgarien ein Verbündeter des faschistischen Deutschlands war? Und hast du Lust, etwas mehr über die antifaschistische Geschichte und Erinnerungskultur mit Blick auf die Zeit des Faschismus in Deutschland und Bulgarien zu erfahren? Dann begib sich auf eine Spurensuche in Berlin gemeinsam mit den Tourenscouts der Berliner Naturfreunde.

Die Stationen

1. Station: – Bulgarisches Kulturinstitut –

Thema: Einführung

Am Ausgangspunkt der Tour wird in das Thema eingeführt, die Ähnlichkeiten und Unterschiede in der Geschichte Deutschlands und Bulgariens in der Zeit des Faschismus aufgezeigt und für die Erinnerungs- und Gedenkkultur in den beiden Ländern sensibilisiert.

2. Station: – Topographie des Terrors –

Thema: Verfolgung von Antifaschist*innen in Deutschland und Bulgarien

Auf dem Gelände der Topographie des Terrors und in der naheliegenden Wilhelmstraße befanden sich von 1933 bis 1945 die wichtigsten Zentralen des faschistischen Terrors. Etwa 15.000 politische Gegner*innen des NS-Regimes wurden im so genannten Hausgefängnis der Gestapo-Zentrale inhaftiert. 

3. Station: – Abgeordnetenhaus –

Thema: Antifaschistischer Widerstand in Deutschland und Bulgarien

Im Juni 1934 wurde in diesem Gebäude ein Sondergericht zur Aburteilung von Hoch- und Landesverrat gegen den NS-Staat gegründet. Viele Berliner Stadtverordnete beteiligten sich am antifaschistischen Widerstand, wurden verfolgt und ermordet oder mussten ins Exil gehen. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden in Bulgarien auf Initiative der „Vaterländischen Front“ konspirative Gruppen gebildet. 

4. Station: – Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Holocaust-Mahnmal) –

Thema: Verfolgung von Menschen jüdischen Glaubens in der Zeit des Faschismus

Das von Peter Eisenmann entworfene Holocaust-Mahnmal erinnert an die ermordeten sechs Millionen Jüd*innen in Europa. Obwohl Bulgarien im Zweiten Weltkrieg ein Verbündeter von Nazi-Deutschland war, hat es seine Jüd*innen aus dem Kerngebiet des Landes nicht ausgeliefert.

5. Station: – Sowjetisches Ehrenmal im Tiergarten –

Thema: Gedenkkultur nach der Zeit des Faschismus in Deutschland und Bulgarien

Auf Grundlage eines Vertrages zwischen der Bundesrepublik und der UdSSR verpflichtete sich Deutschland, Denkmäler der Sowjetarmee und sowjetische Kriegsgräberstätten auf deutschem Territorium zu erhalten und zu pflegen. Ähnliche Denkmäler sind heute in Bulgarien Gegenstand von intensiven Debatten.

6. Station: – Deutscher Bundestag –

Thema: Reichstagsbrand

Am 27. Februar 1933 stand der Reichstag in Flammen. Angeklagt waren unter anderem der Anarchist Marinus van der Lubbe und die bulgarischen Antifaschisten Georgi Dimitroff, Blagoj Popoff und Wasil Taneff. Noch in der Nacht begann die Verhaftung vieler sozialdemokratischer und kommunistischer Politiker*innen.

7. Station: – Denkmal Grundgesetz 49 –

Thema: Lehren aus der Zeit des Faschismus

Mit dem Voranstellen der Menschenwürde und der individuellen Grundrechte ganz am Anfang des Grundgesetzes von 1949 wird als Lehre aus der Zeit des Faschismus deutlich gemacht, dass der Mensch, seine Würde und seine individuellen Rechte im Mittelpunkt stehen müsse.

8. Station: – Gedenktafel für Krastana Janewa –

Thema: Frauen im antifaschistischen Widerstand

Obwohl Frauen in der Zeit des Faschismus an allen Formen des antifaschistischen Widerstands beteiligt waren, wurden sie lange nicht gewürdigt. Anhand des Lebens und Wirkens von Krastana Janewa und Ella Trebe wird in dieser Station an den Frauenwiderstand gegen den Faschismus in Europa erinnert.

Bulgarisches Kulturinstitut
Topographie des Terrors
Abgeordnetenhaus
Sowjetisches Ehrenmal im Tiergarten
Deutscher Bundestag
Gedenktafel für Krastana Janewa

Geschichte und Kultur der Sinti*ze und Rom*nja in Deutschland und der Rom*nja-Gemeinschaft in Bulgarien

Ein Stadtspaziergang mit den Tourenscouts der NaturFreunde Berlin e. V.

Wusstest du, dass heute 10 bis 12 Millionen Sinti*ze und Rom*nja leben und sie die größte Minderheitengruppe in Europa sind? Und hast du Lust, etwas mehr über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Geschichte und Kultur der Sinti*ze und Rom*nja in Deutschland und der Rom*nja-Gemeinschaft in Bulgarien zu erfahren? Dann begib sich auf eine Spurensuche in Berlin gemeinsam mit den Tourenscouts der Berliner Naturfreunde.

Die Stationen

1. Station: – Bulgarisches Kulturinstitut –

Thema: Einführung

Am Ausgangspunkt der Tour wird in das Thema eingeführt und werden wissenschaftliche Thesen über die Herkunft und Zuwanderung von Sinti*ze und Rom*nja nach Europa vorgestellt sowie Ähnlichkeiten und Unterschiede in den Entwicklungen in Deutschland und Bulgarien aufgezeigt.

2. Station: – Bundesministerium der Finanzen –

Thema: Entschädigungen für Sinti*ze und Rom*nja als Opfer des Faschismus

Nach 1945 war es für Sinti*ze und Rom*nja in Deutschland in West und Ost über lange Zeit schwierig, eine Entschädigung als Verfolgte in der Zeit des Faschismus zu beanspruchen und zu erhalten. Auch in Bulgarien gab es in der Zeit des Faschismus massive Diskriminierungen gegen Rom*nja, wobei unklar ist, ob und wie sie entschädigt wurden.

3. Station: – Bundesrat –

Thema: Anerkennung als nationale Minderheit

Sinti*ze und Rom*nja wurden erst 1995 gesetzlich als nationale Minderheit in Deutschland anerkannt. In Bulgarien gibt es bis heute keine offiziell anerkannten nationalen Minderheiten.

4. Station: – Deutsche Bahn AG Konzernzentrale –

Thema: Deportationen in der Zeit des Faschismus

Die Mehrheit der im Deutschen Reich lebenden Sinti*ze und Rom*nja, aber auch Rom*nja aus den besetzten westeuropäischen Gebieten, wurden in der Zeit des Faschismus mit der Deutschen Reichsbahn nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Die Deportationen von Rom*nja aus Bulgarien bzw. aus den von Bulgarien im Verlauf des Weltkrieges annektierten Gebieten sind bis heute kaum aufgearbeitet.

5. Station: – Verbandssitz von Gesamtmetall –

Thema: NS-Zwangslager Marzahn

Im September 1938 war das 1936 errichtete Zwangslager Berlin-Marzahn mit etwa 850 Insass*innen das größte kommunale Zwangslager für Sinti*ze und Rom*nja im Deutschen Reich. In Bulgarien wurden in der Zeit des Faschismus Rom*nja vielerorts in vorläufigen Lagern gefangen gehalten.

6. Station: – Tiergarten –

Thema: Rukeli Trollmann

Johann (Rukeli) Trollmann (1907–1944) war ein berühmter deutscher Boxer. 1933 wurde ihm als Sinto der deutsche Meistertitel im Halbschwergewicht aberkannt.

7. Station: – Sinti-und-Roma-Denkmal –

Thema: Das Denkmal für die im Faschismus ermordeten Sinti*ze und Rom*nja Europas

Das Denkmal ist eine Gedenkstätte, die an den Völkermord an den europäischen Sinti*ze und Rom*nja in der Zeit des Faschismus mit bis zu 500.000 Opfern erinnern soll. Es wurde am 24. Oktober 2012 eingeweiht und ist bis heute Gegenstand gesellschaftspolitischer Diskussionen.

8. Station: – Deutscher Bundestag –

Thema: Aktuelle politische Debatten im Zusammenhang mit geflüchteten Rom*nja

Im Kontext der Migrationsbewegungen finden seit vielen Jahren politische Debatten statt und im Parlament werden verschiedene gesetzliche Regelungen, die auch geflüchtete Rom*nja betreffen, verabschiedet. Ähnliche Debatten mit Blick auf Rom*nja bleiben in Bulgarien eher aus, da kaum Rom*nja nach Bulgarien fliehen, bulgarische Rom*nja jedoch oft selbst Migrant*innen sind.

9. Station: – ARD-Hauptstadtstudio –

Thema: Romnja*-Künstlerinnen* und -Feministinnen

Die Romnja* sind in der Gesellschaft mehrfach – als Frauen, als Angehörige der Rom*nja- Minderheit und oft als Migrant*innen – diskriminiert. Manchen von ihnen ist es gelungen, sich einen höheren sozialen Status zu erarbeiten und engagieren sich als Künstlerinnen* und Feministinnen* gegen Ausgrenzung und Diskriminierung.

10 Station: – Luxuswohnungen am Neustädtischen Kirchplatz –

Thema: Wohn- und Lebensbedingungen von Rom*nja

Die Wohn- und Lebenssituation von nach Berlin (auch aus Bulgarien) zugewanderten Rom*nja ist häufig sehr prekär. Anhand von Luxusbebauungen in Berlin-Mitte lässt sich exemplarisch aufzeigen, wie nahe Reichtum und Armut zusammenliegen.

11. Station: – Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland –

Thema: Antiziganismus heute

In der EU werden seit vielen Jahren Strategien zur Integration und Nichtdiskriminierung von Rom*nja als größter europäische Minderheit aufgestellt und diverse Empfehlungen an die Mitgliedstaaten gerichtet. Regelmäßig berichtet die Europäische Kommission über erzielte oder ausbleibende Ergebnisse bzw. noch zu ergreifende Maßnahmen.

Bulgarisches Kulturinstitut
Bundesministerium der Finanzen
Bundesrat
Deutsche-Bahn-AG-Konzernzentrale
Denkmal für die im Faschismus ermordeten Sinti und Roma Europas
Deutscher Bundestag
ARD-Hauptstadtstudio

Geschichte und Kultur der türkischen Minderheit in Deutschland und Bulgarien

Text folgt.

Jüdische Geschichte und Kultur vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland und Bulgarien

Text folgt.

Geschichte der LGBTQI-Bewegung in Deutschland und Bulgarien

Diese Tour wird gerade entwickelt.

Das Projekt „Tourenscouts grenzenlos“

Die Tour wurde im Rahmen des Projekts „Tourenscouts grenzenlos“ der NaturFreunde Landesverband Berlin e.V. entwickelt. Das Projekt will die Integration junger bulgarischer Zuwander*innen in Deutschland unterstützen. Im Rahmen des Projekts arbeiten in Berlin lebende junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund selbstständig zusammen. In einer gemeinschaftlichen Atmosphäre konzipieren sie Stadtspaziergänge zur deutschen und bulgarischen Geschichte und Kultur in Berlin und setzen diese um. Dabei lernen sie von- und miteinander, entwickeln Verständnis füreinander und eignen sich Wissen für die Arbeit als Tourenscouts an.

Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat.

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